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AK Drogen

Die „Montagsrunde“ – auch AK Drogen genannt – berät als Facharbeitskreis des Präventionsrates den Magistrat und erarbeitet Empfehlungen für den Umgang mit Problemen der Stadtgesellschaft, die durch Drogenkonsum und Drogenhandel hervorgerufen werden.

Die „Montagsrunde“ wurde auf Initiative der Frankfurter Polizeiführung eingerichtet. Nach jahrelanger Erfahrung mit einer ständig wachsenden offenen Drogenszene und der Erfahrung, dass zwar viele Institutionen mit der Drogenproblematik befasst, aber niemand wirklich zuständig war, wandte sich die Polizeiführung an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main. Benötigt und institutionalisiert wurde ein mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattetes Gremium, das ein gezieltes, konzertiertes und kooperatives Reagieren auf Probleme im Drogenbereich ermöglicht.

Unter dem Vorsitz des jeweiligen Gesundheitsdezernenten, nehmen seitdem an den Sitzungen der Montagsrunde nicht nur Vertreter des Polizeipräsidiums, des Stadtgesundheitsamtes, des Ordnungsamtes, des Jugend- und Sozialamtes teil, sondern auch Vertreter der Geschäftsstelle des Präventionsrates, der Staatsanwaltschaften beim Oberlandes- und Landgericht, des Staatlichen Schulamtes sowie der Träger der Frankfurter Drogenhilfe und das Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main. Das im Jahre 1989 neu eingerichtete Drogenreferat ist mit der Geschäftsführung beauftragt und hat den stellvertretenden Vorsitz. 

Die „Montagsrunde“ hat die Aufgabe, Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Drogenhilfesystems in Abstimmung mit den repressiven Strategien von Polizei und Justiz zu entwickeln. Das übergeordnete Ziel der Arbeit der „Montagsrunde“ besteht darin, durch die Reduzierung der Auswirkungen des Drogenkonsums sowohl die Lebensqualität der abhängigen Konsumenten als auch der nicht-abhängigen Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu verbessern. Diese allgemeine Funktionsbestimmung der „Montagsrunde“ gilt noch immer.

Die Anerkennung der „gleichberechtigten Berücksichtigung“ des repressiven und des helfenden Teils von „Drogenpolitik“ im Selbstverständnis der „Montagsrunde“ und damit im Bewusstsein ihrer Mitglieder war nicht von Anfang selbstverständlich und ist Ergebnis eines langen und intensiven Entwicklungsprozesses. Verdeutlichen mag dies ein Zitat des damaligen Polizeivizepräsidenten Frerichs anlässlich des 10-jährigen Bestehens der „Montagsrunde“ 1998: „Hatte es anfangs noch intensivste Auseinandersetzungen gegeben, wird inzwischen nicht nur am gleichen Strick gezogen, sondern auch in die gleiche Richtung.“


Was hat die Montagsrunde bewirkt?

Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Räumung der offenen Drogenszene in der Frankfurter Taunusanlage, in der sich Anfang der 90 er Jahre bis zu tausend Abhängige täglich aufhielten. Damals waren sich alle Mitglieder der „Montagsrunde“ - auch Polizei und Staatsanwaltschaft - einig, dass eine Auflösung der offenen Drogenszene in der Taunusanlage nur dann möglich sein wird, wenn vorher Alternativen für die Drogenabhängigen eingerichtet werden, und mit der Räumung zugleich auch Angebote verbunden waren: im Wesentlichen die Einrichtung von Krisenzentren, von Wohnmöglichleiten für Obdachlose, eine deutliche Ausweitung des Methadonprogramms und des Spritzentauschs sowie Intensivierung der medizinischen Betreuung.

Darüber hinaus war die „Montagsrunde“ beteiligt an: 

  • der Einrichtung von Drogenkonsumräumen
  • der Einrichtung des Crack-Street–Projektes
  • der Begleitung des Modellprojekts zur heroingestützten Behandlung von Opiatabhängigen
  • und jüngstes Beispiel an der Einrichtung des Projekts „OSSIP“ (Offensive Sozialarbeit, Sicherheit, Intervention, Prävention): Ein gemeinsames – sehr erfolgreich laufendes - Projekt von Drogenreferat, Ordnungsamt, Polizei und Drogenhilfe zur Unterbindung der Bildung einer offenen Drogenszene mit öffentlichem Drogenkonsum und Drogenhandel im Bahnhofsviertel.

Nur in dieser engen Kooperation gelang es, auch umstrittene Projekte wie z.B. die Konsumräume oder die heroingestützte Behandlung innerhalb der Stadtgesellschaft durchzusetzen. Diese Beispiele weisen auf die Bedeutung und den Einfluss der „Montagsrunde“ in Frankfurt hin.

Diese inzwischen etablierte und anerkannte Form der Zusammenarbeit der „Montagsrunde“ besteht nunmehr seit fast zwei Jahrzehnten, wobei das Ziel das gleiche bleibt: die Situation sowohl der betroffenen Bürgerinnen und Bürger als auch der Abhängigen selbst an entscheidenden Punkten zu verbessern.




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