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AK Lesben und Schwule

Gewaltprävention

Im Rahmen der gewaltpräventiven Arbeit hat der Magistrat mit dem Arbeitskreis „Jour fix Schwule und Lesben“ eine Arbeitsebene geschaffen, die seit Gründung im Jahre 2000 sich erfolgreich um das Themenfeld Gewalt und Kriminalität gegen Schule und Lesben gekümmert hat.

Seine Mitglieder sind:

  • Die Kontaktbeamten/innen für Lesben und Schwule der Frankfurter Polizei

Anmerkung: Um ein realistisches Bild für das Ausmaß der Gewalt gegen Lesben und Schwule zu erhalten, muss das Hellfeld vergrößert werden, das heißt Lesben und Schwule müssen motiviert werden, sich bei der Polizei zu melden und Anzeige zu erstatten. Die polizeilichen Kontaktbeamtinnen und Beamte stellen hierbei einen wesentlichen Baustein dar. Sie haben ihre Arbeit in 2000 aufgenommen mit offizieller Weisung des Polizeipräsidiums.

  • Vertreter von „Unschlagbar“, dem schwulen Antigewaltprojekt
  • Vertreterin des lesbischen Antigewaltprojektes von „Broken Rainbows e. V. / Lips e. V.“
  • Vertreter des Präventionsrates der Stadt Frankfurt am Main

 

Das Jour fix wurde als regelmäßiges Treffen konzipiert, um verschiedene Konflikt- und Problemfelder, die mit dem Thema Homosexualität verbunden sind, zu erörtern und Lösungen anzustreben. Dazu gehört insbesondere eine gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit.

Im Bereich der Antigewaltarbeit haben sich verschiedene Problembereiche herauskristallisiert:

  • Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transidenten 
  • Vorurteile der Bevölkerung gegenüber lesbischen und schwulen Bürgerinnen und Bürgern, die auch zu gewalttätigen Übergriffen gegen diese geführt haben und führen können
  • Geringe Anzeigenquote der von Gewalt betroffenen Lesben und Schwulen
  • Konflikte mit kommunalen Ordnungskräften bezüglich des Umgangs mit Schwulen auf öffentlichen Toiletten sowie zweckwidrige Nutzung der öffentlichen Bedürfnisanstalten in einer für Dritte beeinträchtigenden Art

 

Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

  • Tabuisierung des Themas innerhalb der lesbischen und schwulen Subkulturen
  • Einbettung der vorhandenen Strukturensbekämpfung häuslicher Gewalt
  • Fehlende Anlaufstelle für Betroffene

 

Maßnahmen

Im Bereich der Gewalt gegen Leben und Schwule wurden folgende Konzepte entwickelt und folgende Maßnahmen durchgeführt:

Erstmals zum Christopher-Street-Day (CSD) 1999 hat der Präventionsrat eine Plakatkampagne des Frankfurter Forums unterstützt: „Keine Gewalt gegen Lesben und Schwule“ in acht verschiedenen Sprachen

Es wurde eine Kampagne entwickelt, die es betroffenen Lesben und Schwulen erleichtern soll, den Schritt zur Polizei zu gehen. Diese Kampagne folgende erhält Bausteine

Nicht wegsehen – bei Gewalt gegen Schwule und Lesben!

Unter diesem Motto entwickelte das „Jour fix Schwule und Lesben“ des Präventionsrates die Kampagne für das Hinsehen bei Gewalt gegen diesen Personenkreis. Leider ist es für Betroffene immer noch keine Selbstverständlichkeit eine Straftat bei der Polizei anzuzeigen. Um diese Hemmnisse abzubauen, wurde der Flyer entwickelt, indem die Anzeige schon integriert ist und nur noch ausgefüllt werden braucht. Auch die Kontakte zur Polizei und den Beratungsstellen sind dem Flyer zu entnehmen. Die Flyer wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises gemeinsam mit Beamten der Frankfurter Polizei in lokalen und bekannten Treffpunkten ausgelegt.

In Anlehnung an diesen Flyer wurde eine Notfallkarte im Scheckkartenformat entwickelt. Diese wurde erstmals zum CSD Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Interesse an dieser Notfallkarte belegt, wie wichtig es für die Betroffenen war, solche Informationen zu erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des „Jour fix Schwule und Lesben“ war der Abschlussbericht für den runden Tisch zur Situation von Lesben und Schwulen in Frankfurt. Der Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt ist ein besonders sensibler Bereich. Alt hergebrachte Vorurteile beherrscht oft Kommunikation und Handlungssorge. Vorurteile müssen abgebaut werden. Hierzu wurden Empfehlungen für das weitere Vorgehen der Stadt mit diesem Personenkreis ausgesprochen.

Am 7. Februar 2006 hat der Arbeitskreis zur Fachtagung „Neue Tendenzen der Hasskriminalität gegen soziale Minderheiten“ ins Polizeipräsidium eingeladen. Diese Tagung beleuchtete die zunehmende gewalttätige Einstellung vor allem junger Männer, deren Intoleranz das Zusammenleben in Deutschland belasten könnte.

Es wurde mit Experten gemeinsam untersucht, ob sich neue abzeichnende Phänomene der Hasskriminalität zu einem erkennbaren Trend verfestigt haben und was die Motivation der Täter ist und was die Kennzeichen ihrer Taten. Für die zweite Jahreshälfte 2006 ist geplant die Fachtagung fortzusetzen. Thema dieser Tagung wird sein mit welchen präventiven Maßnahmen auf die zunehmenden Tendenzen der Hass- und Vorurteilskriminalität reagiert werden muss. 

 

 




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